Inpraxi hilft Schülern bei der Berufswahl

30. JAN 2018 08:00 - 09:00

Augen auf bei der Berufswahl – das ist das Anliegen des Inpraxi-Workshops, den der SEB des Gymnasiums Nieder-Olm gemeinsam mit der Schulleitung und der Schülervertretung nun schon zum 6. Mal veranstaltete.

34 Referenten aus den unterschiedlichsten Berufssparten waren gekommen, um den Schülern der Klassen 10 -12 von ihrem Werdegang und ihren täglichen Aufgaben zu berichten. Auch in diesem Jahr nutzten wieder viele Schüler die Möglichkeit, sich in einem exklusiven Kreis von höchstens 15 Zuhörern über zwei Berufe zu informieren, die für sie nach dem Abitur in Frage kommen könnten. Darunter waren diesmal unter anderem eine Biologin, eine freischaffende Künstlerin, ein Fluglotse, eine Anästhesistin und ein Personal-Referent.  

„Das Charmante an der Veranstaltung ist, dass unsere Referenten allesamt Mütter und Väter von Schülern des GymNO sind“, sagte SEB-Vorsitzende Dagmar Deilmann-Werra, „Unwissenheit oder Unsicherheit muss hier niemandem peinlich sein, das kennen unsere Gastredner im Zweifel von ihren eigenen Kindern.“ Für Schüler mit noch sehr vagen bis kaum vorhandenen beruflichen Vorstellungen sei Inpraxi geeignet, den Erstkontakt zu einem Beruf herzustellen. Und diejenigen, die bereits sehr genaue Vorstellungen von ihrem weiteren Werdegang haben, haben bei Inpraxi jedes Jahr die Chance, vielleicht auch einen Praktikumsplatz zu ergattern.

Das größte Interesse lag in diesem Jahr bei den Schülern in den Fächern Grafik, Psychologie und Medizin. Dr. Dalila Ouattaleb vom Katholischen Klinikum Mainz hatte vor insgesamt 25 Schülern die Gelegenheit, von ihrem Traumberuf zu berichten. „Man kann beim Studienfach Medizin nichts falsch machen“, erzählte die zweifache Mutter. Man könne die Fachrichtung bestimmen und man habe die Wahl, später in einem Krankenhaus, einer Praxis, in der Forschung oder für die Industrie zu arbeiten. Auf die Frage eines Schülers, ob das Physikum wirklich so hart sei wie sein Ruf, konnte Ouatteleb ihn beruhigen: „Es ist zwar nicht ganz ohne, aber mit viel Fleiß und Disziplin ist es machbar.“ Auch nach überstandenem Examen dürfe ein Mediziner nicht lernfaul sein: „Mediziner müssen sich immer fortbilden. Jeden Monat kommen neue Paper über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse hinzu, die wir lesen und kennen müssen.“

Fluglotse Joachim Keppler von der Deutschen Flugsicherung in Langen bei Frankfurt machte den Teilnehmern seines Workshops zunächst Mut: „Als Fluglotse müsst ihr nicht besonders schlau sein und ihr braucht auch kein Einser-Abi.“ Worauf es hier ankomme, seien Qualitäten wie Teamfähigkeit, Stressresistenz, räumliches Vorstellungsvermögen und Konzentrationsfähigkeit. Wer diese Voraussetzungen mitbringt, hat die Chance, das zweitägige Bewerbungsverfahren in Hamburg zu bestehen, das allerdings jedes Jahr eine Durchfallquote von 80 Prozent aufweist. Doch wer’s dann geschafft hat, für den erfüllt sich vielleicht ein Traum: „Für mich ist der Job wie ein Sechser im Lotto“, sagt Keppler, der seit 1996 bei der DFS arbeitet. „Ich freue mich auch heute noch jeden Tag auf die Arbeit.“ Das sei kein gewöhnlicher nine-to-five-Job und es komme auch noch finanziell gut was rum.“ Angesichts des steigenden Flugverkehrsaufkommens prognostiziert Keppler auch einen steigenden Bedarf an Fluglotsen.

Und auch Inpraxi darf nach einem erfolgreichen Abend einer langen Zukunft entgegenblicken.

Artikel: Anuschka Weisener, Fotos: Mathias Brug

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